Workshop: „Autismus in Film/Medien & die Frage des gerechten, inklusiven Filmemachens (und Film-Schauens!)“

Sybille Bauer-Zierfuß sitz an einem Tisch. Dahinter sieht man einen Bildschirm mit Powerpoint.

Wie prägen Filme und Medien unser Wissen über Autismus? Welche Bilder entstehen – und welche Perspektiven bleiben unsichtbar? Mit diesen Fragen beschäftigten wir uns am 20. Mai 2026 gemeinsam mit Dr. Sybille Bauer-Zierfuß in einem dreistündigen, interaktiven Workshop.

Im Mittelpunkt stand die Auseinandersetzung mit der Frage, wie mediale Darstellungen unsere Vorstellungen von Autismus beeinflussen und welche Verantwortung Filmschaffende ebenso wie Zuschauer*innen dabei tragen. Gemeinsam analysierten wir unterschiedliche Film- und Medienbeispiele, hinterfragten Erzählweisen und diskutierten, wie Medien gesellschaftliche Machtverhältnisse reproduzieren, aber auch kritisch herausfordern können.

Die inhaltliche Grundlage bildete die Forschung von Dr. Sybille Bauer-Zierfuß, die sich in ihrer Dissertation „Autismus in Medien. Repräsentation, Marginalisierung und Epistemische Wirkungsweisen“ mit den Auswirkungen medialer Repräsentationen auf die öffentliche Wahrnehmung autistischer Menschen auseinandersetzt. Der Workshop verband wissenschaftliche Perspektiven mit gemeinsamer Reflexion und lud dazu ein, die eigene Rolle als Filmschaffende*r oder Zuschauer*in kritisch zu hinterfragen.

Im gemeinsamen Austausch standen unter anderem folgende Fragen im Mittelpunkt:

  • Welche Perspektiven bleiben in Filmen unsichtbar oder unausgesprochen?
  • Wer erzählt über wen – und aus welcher Position heraus?
  • Welche Vorstellungen von Autismus werden vermittelt?
  • Wie können Filme bestehende Machtverhältnisse verstärken oder hinterfragen?
  • Wie kann gerechtes und inklusives Filmemachen aussehen?
 

Besonders wertvoll war die Offenheit, mit der Erfahrungen, Fragen und unterschiedliche Perspektiven eingebracht wurden. Der Workshop machte deutlich, wie wichtig Räume sind, in denen gemeinsam reflektiert, diskutiert und voneinander gelernt werden kann.

Wir bedanken uns herzlich bei Dr. Sybille Bauer-Zierfuß für ihre Expertise und bei allen Teilnehmenden für den engagierten Austausch. Die zahlreichen Gespräche haben gezeigt, wie groß das Interesse an den Themen Neurodivergenz, Medienrepräsentation und Inklusivem Filmschaffen ist.

Wir freuen uns darauf, diese Zusammenarbeit fortzusetzen und auch künftig gemeinsam Impulse an der Schnittstelle von Film, Medien und Neurodivergenz zu setzen. Denn ein gerechteres Filmemachen beginnt mit der Frage, wie wir Geschichten erzählen (wollen).